Das Festival 2026
Das collecting:dreams Festival ist das erste postmigrantische Literaturfestival Deutschlands. Es setzt einen Schwerpunkt auf postmigrantische Autor*innen und lädt auch das Publikum dazu ein, sich in Erzählbühnen und Workshops zu beteiligen.
Location
Initiative Hüttenstraße
Hüttenstraße 22 | 30167 Hannover
Tag 1
17. September
17:00 – 17:30
Festivaleröffnung mit Musik
Begrüßung und Moderation: collecting:dreams Festival-Team
17:30 – 18:30
Lesung mit Kadir Özdemir
„Baba, ich küsse unsere Narben” (2026, Klassenbuch Verlag)
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Kadir Özdemir liest aus seinem Lyrikdebüt “Baba, ich küsse unsere Narben”, das kurz vor dem Festival im Klassenbuch Verlag erscheint.
Moderation: t.b.a. („to be announced“ = Englisch für „wird noch bekannt gegeben“)
19:00 – 20:30
Lesung mit Mithu Sanyal
„Antichristie” (2024, Hanser Verlag)
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London 2022: Die Queen ist tot. Während die Stadt trauert, arbeitet Durga, deutsch-indische Drehbuchautorin, an einer antirassistischen Agatha-Christie-Adaption und gerät zugleich in eine andere Zeit. In Antichristie führt Mithu Sanyal von der Gegenwart zurück ins London des Jahres 1906, ins Umfeld antikolonialer indischer Revolutionär:innen. Zwischen Krimi, Zeitreise, Popkultur und politischer Debatte fragt der Roman, wie koloniale Gewalt bis heute nachwirkt. Außerdem behandelt er die Frage, wie wir über Widerstand sprechen, wenn er sich einfachen moralischen Antworten entzieht.
Mithu Sanyal, geboren 1971 in Düsseldorf als Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters, ist Schriftstellerin, Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Kritikerin. In ihren Texten verbindet sie Feminismus, Postkolonialismus, Humor und politische Schärfe. Sie ist Jurorin des Ingeborg-Bachmann-Preis und mehrfache SPIEGEL-Bestsellerautorin, 2026 wurde sie mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet.
Moderation: t.b.a.
Tag 2
18. September
16:00 – 17:00
Ausstellungsbegehung mit Anton Vasilyev-Zarzhevskiy und weiteren Künstler*innen
„I’m a bad Jew“ by Anton Vasilyev-Zarzhevskiy,
prints on baryta photographic paper
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I walked into my grandparents’ empty apartment.
The mirrors were covered in white cloths to protect visitors from encountering the reflection of death, that still, at least up until nine days after the fact, lingered in the mirrors.
I entered the room, walked towards my grandfather’s desk. I opened a drawer and found a photographic film that had sat there, undeveloped, for the last 20 years.
I developed and printed it. As the image appeared on the photographic paper, pure time flew into my eyes. This devastating confrontation with time, encapsulated in the film, was the starting point for this project.
The owner of that desk – my grandfather – changed one letter in his surname to make it sound less Jewish, since it wasn’t safe to have a Jewish name in the Soviet Union. This is the earliest act of breaking connections with ancestors in my family that I’m aware of. On a personal level, this photographic project became an act of repairing what was destroyed; in a broader sense, it became a reflection on imperial temporality – a temporality which is created and upheld by imperial rule. It hijacks our identities, discards our pasts and destroys connections with our ancestors. It plunges us into oblivion to make uprooting, displacing, land grabbing and genocide possible.
By reclaiming our pasts, reconnecting with our ancestors, and actively looking back, we can unlearn the imperial idea of progress and modernity, as an act of resistance against imperial rule.
The original name of my grandfather is Zarzhevskiy.
Today is July 13th, 2026, and I refuse to write about myself in the third person. My name is Anton Vasilyev-Zarzhevskiy. I’m a composer, field recordist, analog photographer, and sound engineer working predominantly in the contemporary music and sound art scene. I search for ways of making sounds and images – music, photography, and video – that oppose the imperial logic of alienation, constant expansion, and unlimited growth. I graduated from the Moscow Technical University Bauman (Radio-Electronic Systems) and the University of the Arts Bremen (Composition).
17:00 – 17:30
Poetry Slam mit Elias Naeb
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Elias Naeb verbindet persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Analyse zu einer Poetry, die politisch, poetisch und unmittelbar ist. In seinen Texten verhandelt er Fragen von Flucht, sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und Teilhabe, ohne dabei einfache Antworten zu liefern. Zwischen Spoken Word, Hip-Hop und literarischer Sprache entstehen Texte, die von biografischen Erfahrungen ausgehen und zugleich den Blick auf größere gesellschaftliche Zusammenhänge richten.
Elias Naeb stammt aus Bremerhaven und steht seit 2024 auf Poetry-Slam-Bühnen. Als Sohn von Eltern mit Fluchterfahrung verarbeitet er in seiner literarischen Arbeit Erfahrungen von Ausgrenzung, Bildungsungleichheit und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit. Neben seiner Tätigkeit als Poetry Slammer arbeitet er als Sozialarbeiter in der Eingliederungshilfe.
17:30 – 18:30
Lesung des Postmig Writers Collective
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Die Postmig Writers sind ein Kollektiv aus Schreibenden aus Hannover und besteht seit 2021 aus People of Color, Menschen mit Migrationserbe, Muslim*innen, Jüd*innen, insbesondere von Menschen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind. In ihren Texten können sich (post-)migrantische Erfahrungen, queere Gefühlswelten und nicht-weiße Wissensbestände entfalten.
In dieser Lesung präsentieren verschiedene Autor*innen des Kollektivs ihre neuesten Texten.
Moderation: Kadir Özdemir
19:00 – 20:30
Lesung mit Saleem Haddad
„Flutlinien” (2026, Albino Verlag)
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In Flutlinien erzählt Saleem Haddad von einer irakisch-britischen Familie, die durch Krieg, Exil und Zeit auseinandergerissen wurde. Als die verlorenen Gemälde ihres verstorbenen Vaters wieder auftauchen, werden nicht nur alte Familienkonflikte sichtbar, sondern auch die Frage, wie sich Geschichte über Generationen hinweg in Menschen, Beziehungen und Erinnerungen einschreibt. Mit großer erzählerischer Kraft verbindet Haddad Kunst und Politik, persönliche Trauer und kollektive Geschichte zu einer vielstimmigen Familiensaga über Zugehörigkeit, Verlust und die schwierige Sehnsucht nach Rückkehr.
Saleem Haddad wurde 1983 in Kuwait-Stadt als Sohn einer irakisch-deutschen Mutter und eines palästinensisch-libanesischen Vaters geboren. Er arbeitete u.a. für Ärzte ohne Grenzen in Syrien, im Jemen und im Irak und zählt zu den bedeutenden literarischen Stimmen, die von Exil, Queerness und den Nachwirkungen von Krieg erzählen. Sein Debütroman Guapa wurde international ausgezeichnet, Floodlines vom New Yorker zu den bemerkenswerten Büchern des Jahres gezählt.
Die deutsche Übersetzung erscheint im August 2026 im Albino Verlag.
Moderation: Armin Wühle, Schriftsteller
20:30 – 21:00
Signierstunde & Ausklanng
Tag 3
19. September
12:00 – 13:00
Einlass, Croissants & Çay
13:00 – 14:30
Workshop: Who Can Publish (A Zine Workshop) (Englisch)
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Is self-publishing our last printed weapon for justice? When the power decides whose voice gets heard, the answer is to route around them with pens, paper, a stapler, kollage, and your own hands.
This workshop is an invitation: to translate your thoughts into words on a page, to explore what’s actually happening in your head without waiting for permission, and to publish it yourself as a zine. Copy it, and copy it again, share it with your neighbors, friends, and comrades.
No experience needed. Just bring your openness and political consciousness. Let’s transform them into a zine, together. Workshop will be held in English.
Moderation: Krishan Rajapakshe (in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen)
15:00 – 16:30
Workshop: Palästina-Solidarität im Kulturbetrieb: Austausch, Dokumentation, Empowerment
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Seit mehreren Jahren geht eine Spaltung durch die Gesellschaft und macht auch vor dem deutschen Kulturbetrieb nicht Halt. Während viele Prominente zum Genozid in Gaza schweigen und sich auffällig zurückhalten – auch jene, die sonst menschenrechtliche Positionen beziehen –, werden seitens Veranstalter*innen und der Förderlandschaft palästinensische und palästinasolidarische Künstler*innen ausgeladen, Preise entzogen und Filme aus den Mediatheken öffentlich finanzierter Sender entfernt.
Die Angst, als antisemitisch markiert zu werden, verhindert bei vielen Institutionen die Entwicklung einer Haltung zu den fortlaufenden Verbrechen Israels in Gaza, den besetzten palästinensischen Gebieten und nun auch wieder im Libanon. Gegenwärtig werden weiterhin Konzerte, Lesungen, Theaterproduktionen und Ausstellungen gecancelt und dadurch notwendige Debatten einer pluralen Demokratie vermieden.
Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen hat dieses Schweigen für die Meinungs- und Kunstfreiheit in Deutschland?
Teilnehmende dieses Workshops sind eingeladen, diese Fragen kritisch zu diskutieren, eigene Erfahrungen einzubringen und gemeinsam über Strategien nachzudenken, wie ein Wandel hin zu pluralen Erzählungen gelingen kann, in denen das Leid der Palästinenser*innen nicht ausgeblendet wird.
Workshopleitung: Carmela Dentice ist Autorin, Workshopleiterin und Kulturarbeiterin aus Hannover. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Wahrnehmung, Ausdruck und verkörpertem Erleben. Sie entwickelt Schreib- und Dialogformate, die insbesondere migrantische und weibliche Stimmen in den Mittelpunkt stellen, und schafft sichere Räume für Austausch und gemeinsames Erzählen. Sie ist Vorstandsmitglied des Autor:innenzentrums Hannover und Gründerin von Migra Lit Up.
17:00 – 18:30
Panel-Talk: Zwischen Abwehr, Vereinnahmung und Selbstbestimmung: Was bedeutet Postmigration im Kulturbetrieb?
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Veranstaltungstext folgt in Kürze
Zu Gast auf dem Panel: Jacqueline Saki Aslan, Rebacca Gotthilf, Julia Nitschke, Kadir Özdemir
(Mehr Informationen zu den Gäst*innen sind unter dem Reiter „Künstler*innen“ zu finden)
Moderation: Dr. Massimo Perinelli (Historiker, Referent für Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
17:00 – 18:30
Lesung mit Rasha Khayat
„Ich komme nicht zurück” (2024, DuMont Verlag)
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Wie verändert sich eine Freundschaft, wenn die Welt beginnt, Unterschiede zu markieren? Was bleibt von gemeinsamer Kindheit, wenn Herkunft, Sprache und gesellschaftliche Zuschreibungen immer stärker in das Leben hineinwirken?
In ihrem Roman Ich komme nicht zurück erzählt Rasha Khayat von Hanna, Zeyna und Cem, die Ende der 1980er Jahre im Ruhrgebiet aufwachsen und eine enge Wahlfamilie bilden. Über Jahrzehnte hinweg begleitet der Roman ihre Freundschaft und zeigt, wie Erinnerung, Sprachlosigkeit und gesellschaftliche Entwicklungen selbst die intimsten Beziehungen prägen können. Poetisch und einfühlsam erzählt Khayat von Nähe und Entfremdung, von Mehrfachzugehörigkeit und der Frage, wie Geschichte in persönlichen Lebensgeschichten weiterlebt.
Rasha Khayat, die als Autorin, Essayistin, Übersetzerin und Gastgeberin des Literaturpodcasts Fempire seit Jahren zu den wichtigen Stimmen einer vielschichtigen Gegenwartsliteratur gehört, schreibt über Zugehörigkeit, Empathie und die Kraft von Literatur, gesellschaftliche Komplexität sichtbar zu machen.
Moderation: Luna Ali, Schriftstellerin. Im Gespräch mit der Autorin Luna Ali, deren Debütroman Da waren Tage ebenfalls von Erinnerung, Diaspora und den Spuren politischer Geschichte im persönlichen Leben erzählt, geht es um Freundschaft, Sprache und die Frage, wie Literatur Räume schaffen kann, in denen Widersprüche ausgehalten und neue Perspektiven eröffnet werden.
20:30 – 21:30
Signierstunde und Ausklang
Tag 4
20. September
12:00 – 13:00
Einlass, Croissants & Çay
13:00 – 14:30
Workshop: Coming Out Stronger. Empowerment-Workshop für BIPoC
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Veranstaltungstext folgt in Kürze
Moderation: Lakshmi Thevasagayam
15:00 – 16:30
Vortrag: Künstliche Intelligenz und Kulturbetrieb (Eintritt frei, auch ohne Festivalbändchen)
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Wie beeinflussen Technologieunternehmen und KI den Literatur- und Kulturbetrieb? Wie werden Ideen zur Nutzung von KI und Robotik in der Kultur verarbeitet und teilweise bewusst verbreitet? Welche ethischen Grundsätze werden in der Verwendung von KI (nicht) beachtet? Und wie verändern sich menschliche kreative Prozesse in Zeiten der KI?
Referentin: Lorena Jaume-Palasí, Beauftragte der Europäischen Kommission für KI und Ethik. In Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Niedersachsen.
17:00 – 18:30
Offene Lesebühne
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Auf der offenen Lesebühne sind alle willkommen – präsentiert Eure Kurzgeschichten, Gedichte, Poetry-Slams, alle Arten von Texten sind willkommen. Ohne Anmeldung. Den Auftakt machen literarische Stimmen des Hannoveraner Postmig Writers Collective.
Moderation: Kadir Özdemir
19:00 – 20:30
Performance „eating with hands“
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„eating with hands“ ist eine interaktive Theaterperformance, die Schauspiel, Storytelling und Essen als postmigrantische Erfahrung verbindet. Die Performance mündet in einem körperlich erfahrbarem Akt und spielt mit Geschmäckern, Traditionen und dem Essen mit Händen. Zentrale Themen des Stücks sind Aufbruch, Verlust, Heimweh, Mehrfachzugehörigkeit, Rassismus und Neuanfang.
Essen dient als Wissensarchiv der Diaspora: Gerichte wie Lahmacun, Tacos oder Injera bewahren Erinnerung, wo Sprache oder Sicherheit versagen. Das Essen mit Händen wird zum Akt der Selbstermächtigung gegen Assimilation.
Das Stück rückt auch jene Stellen ins Licht, die wehtun: Was bedeutet es, wenn Wohnungen nicht vermietet werden, „damit es nicht nach Curry riecht“? Welche Rolle spielen Gerüche in rassistischen Zuschreibungen? Und welche Fragen bleiben im Innersten offen – wie jene nach der letzten Mahlzeit von Mevlüde Genç und ihren Kindern?
Die Performance endet dennoch in Gemeinschaft: Im Teilen. Im gemeinsamen Essen. In einem Wir, das nicht homogen, sondern bewusst polyphon ist.
Konzept: Kadir Özdemir und Türkân Deniz-Roggenbuck, gemeinsam mit Luna Ali, Eby Tangara, Ray Weilert und weiteren Gäst*innen
20:30 – 21:30
Abschluss und Ausklang
Datenschutzhinweis: Während der Festivaltage werden Fotos und Filme für unsere Öffentlichkeitsarbeit gemacht.
Ihr wollt dabei sein?
Tickets gibt’s schon hier ➔
Künstler*innen

Mithu Sanyal
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Dr. Mithu M. Sanyal ist Schriftstellerin Kulturwissenschaftlerin und Kritikerin, für WDR, DLF, SWR, Der Spiegel, The Guardian, BBC, SZ, FR, FAZ, DIE ZEIT, taz, etc. Als Jurorin sitzt sie u.a. in der Jury des Ingeborg Bachmann Preises. Sachbücher: „Vulva“ (Wagenbach), „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“ (Nautilus.) und „Mithu Sanyal über Emily Bronte“ (KiWi). Ihr Debütroman „Identitti“ (Hanser) wurde mit dem Ernst Bloch Preis und dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Ihr neuer Roman „Antichristie“ (Hanser) wurde ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert und erhielt den Erich Pawlu Preis. Sie ist die Heinrich-Mann-Preisträgerin 2026.

Saleem Haddad
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Saleem Haddad wurde 1983 in Kuwait-Stadt als Sohn einer irakisch-deutschen Mutter und eines palästinensisch-libanesischen Vaters geboren. Er arbeitete u.a. für Ärzte ohne Grenzen in Syrien, im Jemen und im Irak und zählt zu den bedeutenden literarischen Stimmen, die von Exil, Queerness und den Nachwirkungen von Krieg erzählen. Sein Debütroman Guapa wurde international ausgezeichnet, Floodlines vom New Yorker zu den bemerkenswerten Büchern des Jahres gezählt. Die deutsche Übersetzung erscheint im August 2026 im Albino Verlag.

Rasha Khayat
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Rasha Khayat, *1978, wuchs in Saudi Arabien auf. 1988 siedelte die Familie um ins Ruhrgebiet. Sie studierte Komparatistik, Germanistik und Philosophie, arbeitete zunächst als Lektorin in einem großen Publikumsverlag und schließlich seit 2006 als freie Autorin und Übersetzerin. Ihr Debütroman „Weil wir längst woanders sind“ wurde vielfach ausgezeichnet und übersetzt. Seit 2022 hostet sie den feministischen Literaturpodcast „Fempire – der Podcast über Frauen, die schreiben“. 2024 erschien ihr zweiter Roman „Ich komme nicht zurück“, für den sie unter anderem das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds erhielt. Der Roman war für den Literaturpreis der Bücherfrauen sowie für den Hamburger Literaturpreis nominiert und wurde bereits ins Kroatische übersetzt. Sie unterrichtet außerdem Creative Writing, schreibt für diverse Medien und lebt und arbeitet im Ruhrgebiet. Derzeit arbeitet sie an ihrem dritten Buch, ein Nonfictionprojekt, für das sie das Residenzstipendium im Atelier Galata/ Istanbul der Kunststiftung NRW erhielt.

Elias Naeb
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Bremerhaven ist Elias’ Ausgangspunkt. Von hier aus schreibt er über Herkunft, über Widerspruch und über eine Würde, die nicht verhandelbar ist.
Bei den Landesmeisterschaften Niedersachsen/Bremen 2025 erreichte er die Top 4 und qualifizierte sich damit für die internationalen deutschsprachigen Meisterschaften in Chemnitz. Dort trafen rund 80 Stimmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Belgien aufeinander. Seine war eine davon.
Seine Texte bewegen sich zwischen Spoken Word, Sozialkritik und Biografie, aber sie suchen keinen Ausgleich. Sie halten die Spannung aus. Sie gehen dorthin, wo Empathie nicht beschönigt und Realität sich nicht relativieren lässt. Es geht um Rassismus, um das Aufwachsen zwischen Sprachen und Systemen, um die Frage, was es bedeutet zu bleiben, wenn Gehen oft näherliegt.
Elias macht keine Kunst, die unterhalten will. Es ist eine, die erinnert. Eine, die sich weigert, leise zu sein.

Anton Vasilyev-Zarzhevskiy
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Today is July 13th, 2026, and I refuse to write about myself in the third person. My name is Anton Vasilyev-Zarzhevskiy. I’m a composer, field recordist, analog photographer, and sound engineer working predominantly in the contemporary music and sound art scene. I search for ways of making sounds and images – music, photography, and video – that oppose the imperial logic of alienation, constant expansion, and unlimited growth. I graduated from the Moscow Technical University Bauman (Radio-Electronic Systems) and the University of the Arts Bremen (Composition).

Krishan Rajapakshe
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Krishan Rajapakshe (he/they) is an artist and self-publisher building community through independent print media. Drawing and zine-making run as parallel practices, each with their own language, that come together in tactile publications functioning as platforms for social interaction. Their work moves beyond traditional gallery boundaries to establish relational spaces, including the kitchen as a site of learning, alongside temporary print workshops and public reading rooms, where the audience becomes active participants. Driven by a radical DIY ethos, Krishan uses the democratic nature of the copy machine to spark face-to-face dialogue and foster micro-communities of self-publishing practice.
Krishan is also co-founder of RadioWBF, a community radio station, and Khaya_Practice studio, a zine library and publishing studio in Kreuzberg, Berlin.

Carmela Dentice
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Carmela Dentice ist Autorin, Workshopleiterin und Kulturarbeiterin aus Hannover. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Wahrnehmung, Ausdruck und verkörpertem Erleben. Sie entwickelt Schreib- und Dialogformate, die insbesondere migrantische und weibliche Stimmen in den Mittelpunkt stellen, und schafft sichere Räume für Austausch und gemeinsames Erzählen. Sie ist Vorstandsmitglied des Autor:innenzentrums Hannover und Gründerin von Migra Lit Up.

Jacqueline Saki Aslan
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Text folgt in Kürze

Rebacca Gotthilf
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Text folgt in Kürze

Julia Nitschke
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Dr. Massimo Perinelli
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Text folgt in Kürze.

Luna Ali
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Luna Ali, geboren 1993 in Syrien, studierte Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut und Anthropologie an der Universität Leipzig. Ihr Debütroman „Da waren Tage“ erschien 2023 bei S. Fischer. Sie arbeitet bei Sea-Watch. Außerdem moderiert sie gemeinsam mit Christoffer Horlitz die Gesprächsreihe „Der Fröhliche Widerstand“ in den Universen der Cumberlandschen Bühne.

Türkân Deniz-Roggenbuck
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Türkân Deniz-Roggenbuck ist Inhaberin der Kulturton-Agentur für Diversität und Transkulturalität sowie dem Institut für Gesellschaftskuration (i.G.). Ihre Besonderheit umfasst die wissensgerechte und machtkritische Impulssetzung durch authentisch-unprätentiöse Schnittstellenarbeit im Spektrum um Diversity. Zu ihren Kernkompetenzen zählen die multiprofessionelle Berufsbiographie, diverse Lebenswirklichkeit und besonderes Fingerspitzengefühl, um unvereinbar scheinende Wirkungsbereiche miteinander zu verknüpfen. #Diversity of minds, not optics lautet das Credo, mit dem sie Menschen in Workshops, langfristigen Prozessbegleitungen und Moderationen stets auf Augenhöhe begegnet. Mit allem Dissens und Konsens, der dazugehört.

Rahşan Weilert
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Rahşan/Ray ist als Tochter kurdischer Eltern 1996 in Deutschland geboren. Ihr sozialpolitisches Interesse hat sich früh entwickelt, sodass sie sich seit ihrem 15. Lebensjahr in verschiedenen Organisationen engagiert. Nach ihrem Examen in der Gesundheits- und Krankenpflege hat sie einen neuen Weg ins Bildungswesen eingeschlagen: Aktuell studiert sie im Master Germanistik und Geschichte auf gymnasiales Lehramt. Seit 2019 leitet sie verschiedene Projekte und führt diverse Workshops zu gesellschaftspolitischen Themen durch. Seit 2020 ist sie die Vorsitzende des Vereins Prisma Queer Migrants.

Kadir Özdemir
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Kadir Özdemir ist Autor, Theatermacher und Politischer Bildner. Nach dem Studium der Neueren Geschichte und Soziologie arbeitet Kadir Özdemir seit über 20 Jahren im Themenkomplex von Migration, Partizipation, Intersektionalität, Antidiskriminierung und Empowerment. Er ist Gründungsmitglied des Postmig Writers Collective und des Prisma Queer Migrants e.V., 2022 wurde er Residenzschriftsteller der Region Aachen. 2023 setzte er im Rahmen der vierzigjährigen Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Hiroshima ein Literaturprojekt in Japan um. Er hat in zahlreichen Anthologien publiziert und veröffentlichte Kolumnen u.a. für das Migazin sowie das Staatstheater Hannover. Sein Lyrikdebüt “Baba, ich küsse unsere Narben” erscheint kurz vor dem Festival 2026 im Klassenbuch Verlag. Seit 2023 ist er Leiter des collecting:dreams Festival (#cdf).

Lorena Jaume-Palasí
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Text folgt in Kürze.

Armin Wühle
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Armin Wühle, geboren 1991, hat am Hildesheimer Literaturinstitut studiert und verfasst Prosa, Essays und Theaterstücke. Für seinen Debütroman recherchierte er in Bosnien und im Libanon – „Getriebene“ erschien 2021 im S. Marix Verlag (Verlagshaus Römerweg).
Sein Theaterstück „Die Ungetrösteten“ wurde 2021 in Bregenz uraufgeführt. Er war Stadtschreiber in Goslar, trat ein Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) an. 2025 erhielt er den Dramatikpreis für Politik und Menschenrechte für sein Stück „Rue d’Armenie“, das im Herbst 2026 in Kooperation mit dem Goethe Institut in Yerevan aufgeführt wird.
Im März 2026 erschien sein zweiter Roman “Mala Visión” im Albino Verlag.

Lakshmi Thevasagayam
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Lakshmi Thevasagayam ist als Tochter Eelam-tamilischer Geflüchteten geboren in Deutschland, Ärztin und Medientrainerin. Als Organizerin in Klimagerechtigkeitskämpfen wie Lützerath Lebt, in Gewerkschaftskämpfen im Krankenhaus und im ÖPNV und in antifaschistischen Kämpfen war sie immer konfrontiert mit einer weißen Mehrheitsgesellschaft und stand zusammen mit rassifizierten Menschen, die darin ihren Platz oft erst erkämpfen müssen.

Eby Tangara
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Ich bin Eby Tangara, komme ursprünglich von der Elfenbeinküste und lebe seit etwa 20 Jahren in Hannover.
Da ich im ärmsten Viertel der Millionenmetropole Abidjan aufgewachsen bin, wurde ich schon früh für soziale und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten sensibilisiert.
Auch da ich in einem relativ hohen Alter emigriert bin, hat die Konfrontation mit bestimmten Formen der Diskriminierung wie Rassismus, Antisemitismus, Homophobie meinen beruflichen Werdegang und mein ehrenamtliches Engagement geprägt. Als überzeugter Antikapitalist interessiere ich mich unter anderem für Musik, Literatur, Politik, Philosophie und Geschichte.






